Ortsteil Schönau

Schönau, 250 Einwohner, 7 km westlich von Falkenstein, befindet sich im Bergen-Lauterbacher Granitbecken. Schönau wurde 1418 erstmals urkundlich erwähnt. Die Landwirtschaft war lange Zeit Haupterwerbszweig, 1529 sind 9 Güter erwähnt, 1938 34 landwirtschaftliche Betriebe ab 0,5 ha. Auch heute wird das Bild vom 1976 gegründeten und 1990 in Privathand (GbR) überführten „Milchgut Triebtal“ geprägt. Die reichen Vorkommen an Granit und Sand wurden viele Jahre erwerbsmäßig genutzt. Als ältestes Gebäude wird 1488 bis 1620 ein Hammergut erwähnt, 1591 erstmals eine Mühle, „angetrieben durch das Wasser der Trieb“, heute Wohnhaus. Der Ort liet in der wunderschönen Talaue des Baches Trieb, der sich vom Ortsausgang Trieb bis zur „Schönauer Mühle“ naturbelassen, von Erlen umsäumt, in vielen Windungen dahinschlängelt. Ein Idyll ist das Gelände des ehemaligen, von Karl Singer 1930 errichteten Naturbades, das durch Rückbau zu einer naturbelassenen Teichlandschaft wieder nutzbar werden soll. Der 1969 entstandene Rundbau ist bereits saniert. 1738 gilt Schönau als „bloss“-Dorf eingeteilt in Oberund Unterschönau, rechts und links der Trieb, verbunden durch eine Brücke. 1791 ist die früheste Erwähnung des Schönauer Ortsteiles Siebenhitz, der 1862 nach Schönau eingemeindet wurde. 1839 wählten die Besitzenden im Zuge der Landgemeindeordnung ihren ersten Gemeindevorsteher, Johann Gottlob Rudert, dessen Gut (um 1750) noch heute, zwar umgebaut, als Wohnhaus existiert. 1894 kam durch August Schwabe und Otto Wappler die Stickereiindustrie nach Schönau. Es entstanden um die Jahrhundertwende 12 rote Rohbauhäuser und Anbauten für die Stickerei. 1944 gab es lt. Aufzeichnungen 46 Sticker incl. Fädler und 22 Stickmaschinenbesitzer. Noch einmal zurück ins Jahr 1758, in dem eine kleine „Schenke“ links der Trieb erwähnt wird, offensichtlich die Vorgängerin des Schönauer Gasthofes. Aus dem 16. Jahrhundert stammen die 2 Steinkreuze, die sich im Garten Treuener Straße 29 befinden und als Bodendenkmale registriert sind.

Feuerwehr Schönau

Einen bitteren Einschnitt gab es 1950 in die politische Selbstständigkeit von Schönau durch die Eingemeindung nach Trieb. Am 01.01.1999 erlangt Schönau mit der Eingemeindung in die Stadt Falkenstein seine politische Selbstständigkeit als Ortsteil von Falkenstein zurück. Im Jahr 2002 wird Schönau Förderdorf. Im Gelände des ehem. Bades beginnen die Umbaumaßnahmen. Der Pavillon wird saniert und in der Dorfmitte entstehen ein neues Feuerwehrgerätehaus mit Räumen für den Ortschaftsrat und ein neuer Dorfplatz. Schönau in reizvoller Landschaft mit den gegebenen gastronomischen Möglichkeiten, den Wander- und Sportmöglichkeiten (Reiterhof) bietet reichlich Gelegenheit zur Naherholung. Joachim Schneider Quelle: Ortschronik Trieb-Schönau