Kurz-Chronik

Die urkundliche Ersterwähnung beider Orte erfolgte relativ spät, Trieb 1414 und Schönau 1418, zugehörig zur Herrschaft Plauen. Die Bauern waren unterschiedlichen Lehnsherren zins- und fronpflichtig. Während die Trieber links der Trieb den Herren Rabe zu Mechelgrün unterstellt waren, die rechts der Trieb zur Herrschaft derer von Trützschler in Falkenstein gehörten, fronten die Schönauer nach Thoßfell.

Der erste Hinweis auf ein Gebäude erfolgte 1464 mit der Erwähnung der oberen Mühle zu Trieb, deren Gebäude, zwar mehrfach umgebaut, heute noch existiert. Die 1613 errichtete „Untere Mühle" brannte 1896 ab. Beide Mühlen wurden per Wasserkraft betrieben. Die erforderlichen Mühlgräben sind zum Teil noch erhalten.

In Schönau wird 1488 ein „Hammergut" erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortskern von Schönau ist noch erhalten, so das ehemalige Rudert´sche Gut (1740), das Bauerngut Thümmler mit einem denkmalgeschützten Schiefergiebel, die Steinbogenbrücke der ehemaligen alten Handelsstraße von Auerbach nach Plauen und die ehemalige Schönauer Schule, heute Wohnhaus.

Seit 1529 bilden Trieb und Schönau zusammen mit Bergen ein selbständiges evangelisches Kirchspiel, woran noch heute der „Kirchsteig" erinnert, ein Weg von Schönau nach Bergen. 1630 kam es zu einem 36-jährigen Streit der beiden Orte mit dem Amt Plauen um das Fischrecht in der Trieb. Auch der 30-jährige Krieg ging nicht spurlos vorbei. Allein die Pest 1633 forderte 56 Menschenleben. 1862 schloß sich der Ort Siebenhitz bei Schönau, bislang zugehörig zu Zobes, mit Schönau zusammen, während der Ortsteil Wichen 1904 nach Altmannsgrün ausgegliedert wurde.

1881 errichteten Trieb und Schönau eine gemeinsame Schule, die bis 1992 ihren Dienst versah. 1882 hielt die Stickereiindustrie in beiden Orten Einzug. Bereits 1912 wurde an 122 Stickmaschinen gearbeitet. Die Bevölkerungszahl stieg sprunghaft auf über 1.000 Einwohner an. Der 1. Weltkrieg riß dann aber tiefe Wunden. So verloren in beiden Kriegen 116 Männer von Trieb und Schönau ihr Leben. Der Wiederaufbau kam nach 1945 nur schwer in Gang. Die Schaffung solcher Einrichtungen, wie Verkaufsstellen, Schwesternstation, Kindergarten, Schulhort, Arztpraxis, Trinkwasserversorgung, Ausbau des örtlichen Straßennetzes, Freizeiteinrichtungen wie das Naturbad Schönau u.v.m. trugen zur Normalisierung des Lebens bei. 1950 verlor Schönau per Gesetz seine Eigenständigkeit und wurde nach Trieb eingemeindet.

Nach der Einheit Deutschlands siedelten sich im neu geschaffenen Gewerbegebiet moderne Firmen an, entstanden neue Handwerksbetriebe, ein Wohngebiet, Eigenheime, Feuerwehrgerätehaus u.a.m. Aus der 1974 geschaffenen 1200er Milchviehanlage wurde 1990 eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts.

Am 1.1.1999 verlieren Trieb und Schönau infolge der Gemeindegebietsreform per Gesetz ihre politische Selbständigkeit und werden als eigenständige Ortsteile in die Stadt Falkenstein eingemeindet.