Vogtländische Dorfstuben

Kennen Sie die  „Vogtländischen Dorfstuben“ in Trieb? Nein? Na, dann laden Sie die Heimatfreunde des Heimatvereins Trieb-Schönau e.V. ganz herzlich dorthin ein!
Geöffnet haben wir von September bis Mai jeden letzten Sonntag im Monat von 14.00 – 17.00 Uhr oder auf Voranmeldung unter 037463/88391 ganzjährig zu dem vereinbarten Termin.

Beachten Sie den aktuellen Veranstaltungskalender unter: www.heimatverein-trieb-schoenau.de am Ende der Homepage des Heimatvereins.

 
Die „Vogtländischen Dorfstuben“ sind eine Einrichtung, die Geschichtliches bewahren, bei älteren Bürgern Erinnerungen wecken und junge Menschen oft in Staunen versetzen. Sie wollen nicht nur Museum sein, sondern Stätte der Kommunikation, sollen Entspannung und Erholung bieten. Schauen Sie doch einfach mal vorbei!

Sie sind übrigens ganz leicht zu finden! Über die B169 kommend, biegen Sie am Abzweig „Schönau“ in den Ort ab und sind nach 800 m bereits am Ziel. Oder Sie kommen von der A 72, Ausfahrt Treuen, über Altmannsgrün und Schönau zu uns nach Trieb.
 
Die „Vogtländischen Dorfstuben“ befinden sich seit 1995 in der ehemaligen, 1881 erbauten „Schule zu Trieb und Schönau“. Sie sind ein Museum zum Anfassen, wo nicht alles unter Glas oder hinter Absperrungen versteckt ist. Und was sich da alles ansammelte!
Gleich am Hauseingang werden wir mit den Ersterwähnungsurkunden von Trieb(1414) und Schönau (1418) bekannt gemacht. Gehen wir zunächst in das erste Zimmer rechts. Dort empfangen uns Vitrinen mit bestem Porzellan, ein zweiaufsätziger eisener Ofen mit einer Trockenstange zum Wäschetrocknen darüber, Vogtlandmöbel, Wandbord, Sofa ,Bett und Nachtgeschirr, Trachtenpuppe und alte Grammophone, manchmal mit der Stimme von Anton Günther. Spenden und Leihgaben haben unsere Sammlung immer mehr bereichert.
 
Im Jahre 2006 hat sich die ursprüngliche Zahl von 3 Ausstellungsräumen verdoppelt. Dank der Unterstützung der Stadt Falkenstein, der Bürgerstiftung Dresden, der Deutschen Bank, vieler Sponsoren. Spender, Leihgeber, Helfer und unserer Vereinsmitglieder konnten wir das Projekt „Erweiterung und Neugestaltung der Vogtländischen Dorfstuben“ in die Tat umsetzen. So verfügen wir jetzt über 6 Ausstellungsräume und einen Probenraum für den Gemischten Chor Triebtal, der auch gleichzeitig unserem Bastelzirkel als Arbeitsraum dient. Wir sind jetzt fast in der gesamten Schule präsent.

So präsentiert sich jetzt die ursprüngliche Dorfstube nur noch als Wohnbereich, während die dort ehemals untergebrachte „Schuhmacherecke“ in einen anderen Raum, den Raum „Handwerk und Gewerbe“ umgezogen ist. Der Vogtländer spricht nicht vom Schuhmacher, sondern liebevoll vom „Schuster“.
In dem neuen Raum wurde aus der „Schusterecke“ eine vollwertige „Dorfschusterei“ mit Werkzeug aus 3 Generationen Schuhmacherei gesammelt und aufbewahrt. Mehrere Maschinen komplettieren die
Werkstatt. In Handarbeit gefertigte Stiefel und Schuhe aus den 20er und 30er  Jahren gehören mit zur sehenswerten Sammlung. Hier sehen Sie einen Ausschnitt aus der Dorfschusterei.
 
 
Gleich gegenüber der Schusterei ertönt das „Kalitsche-Kaletsche“ eines echten vogtländischen Handwebers in seiner blauen Schürze, der trotz seiner 86 Jahre auf einem fast 200 Jahre alten hölzernen
Handwebstuhl die Kunst des Handwebens vorführt, eines in unseren beiden Orten im vorigen Jahrhundert weit verbreiteten Nebenerwerbszweiges, was auch auf die von uns ausgestellten Exponate der Stickereiindustrie zutrifft.



Im gleichen Raum hat die Landwirtschaft, der Haupterwerbszweig, ihren Platz gefunden. Butterfässer, eine 200 Jahre alte Quarkpresse, Dreschflegel, Schnittersense u.v.m. gestatten einen Blick zurück in vorige Jahrhunderte.
 
 
Doch die Landwirtschaft bot nicht für alle im Ort Arbeit und Brot. Einige verdienten sich ihren Lebensunterhalt als Steinmetz in einem der Granitbrüche in Trieb und Schönau. Mit Meisel und Schlegel, in unserer Ausstellung aufbewahrt, haben sie den harten Stein behauen.
 
Von Interesse sind die Utensilien des Friseurhandwerks früherer Jahre, angefangen bei einer Barbierschale aus Anfang des 19. Jahrhunderts bis zu Trockenhaube der 20er Jahre des 20. Jahrhunderts. Eine aus Menschenhaar gefertigte Halskette ist beachtenswert.
 
Gleich im Nachbarzimmer, das immer wieder begeisterte Eisenbahnfans aus nah und fern anlockt, ist die Geschichte der ehemaligen „Voigtländischen Staatseisenbahn“, speziell der Strecke Herlasgrün-Oelsnitz mittels überlieferter Texte, historischer Dokumente, Fotos usw. dargestellt. Bahnwärterhäuser, Brücken und die Beziehung der Orte Trieb und Schönau zur „Voigtländischen Staatseisenbahn wecken das Interesse.
Wovon Jung und Alt, Fans, Frauen und Kinder immer wieder begeistert sind, ist der rege Zugverkehr auf einer 10qm großen Modelleisenbahnanlage der Spurweiten HO und H0m.
 

Gleich daneben die Winterlandschaft mit der Märklineisenbahn aus dem Jahre 1934 Spurweite. Aufmerksamkeit lenkt auch das Modul des Postens 12a der ehemaligen Strecken Herlasgrün-Oelsnitz und
Falkenstein–Plauen unterer Bahnhof auf sich. Kilometersteine von 1874, Signaleinrichtungen, Uniformteile usw. vervollständigen die Ausstellung.

Was war das? Erschrocken reißt es die Köpfe der Besucher herum, wenn jemand die Glocken des früheren Läutewerkes des Bergener Bahnhofs anschlägt, die 1874 in Morgenröthe-Rautenkranz gegossen worden sind. In deren Ton und Dampf der Modelllokomotiven der Spur H0 schwingt Eisenbahnromantik mit.
 
Eine halbe Etage höher befindet sich der Raum mit der Darstellung der Geschichte der im Jahre 2006 125 Jahre alt gewordenen ehemaligen Schule zu Trieb und Schönau.


Im gleichen Raum erfahren wir Wissenswertes über die Geschichte ehemaliger Trieber und Schönauer Vereine. Ein besonderes Juwel ist eine um 1900 handgestickte Vereinsfahne mit zugehörigen Schärpen des damaligen „Königlich Sächsischen Militärvereins Trieb“. Über die Ortsgeschichte erfahren wir im Hausflur einiges, u.a. auch über das ehemalige Naturbad Schönau.
 
Im oberen Stockwerk hat „Uromas Wäsche“ ihren Platz gefunden. Die Ausstellung zeigt den Verlauf eines Waschtages vom „Wasser bis zum Bügeleisen“. Sie finden dort alles von Uromas Deckelhose über Wandbehänge, Wannen, Waschmaschinen, Waschbär, Bleichplatz, Mangeln, Nähmaschinen bis zur Bügeleisensammlung. Ein ganzer Raum voller Wäsche!

 
Aus dem Zimmer nebenan ertönt das Läuten eines Andreaskreuzes! Kommt da ein Zug? Ja in dem Zimmer ist reger Eisenbahnverkehr Der Spuren N, TT und einer LGB. Auf einer ca. 2,5 qm großen TT-Anlage ist der Bahnhof Bergen, Jahr 1927, im Modell dargestellt. Zusammen mit einer auf der unteren Etage der Anlage dargestellten Hauptbahn herrscht hier reger Zugverkehr, genau auch wie auf den anderen 3 Spielzeugeisenbahnen, 2 davon in Selbstbedienung. Der Fahrdienstleiter des Bahnhofs Bergen muss höllisch aufpassen, denn auf dem Fußboden kreuzt gerade eine dampfende Gartenbahn das Terrain.
Ein Modul in H0 stellt den ehemaligen Bahnübergang auf der B169 Zwischen Trieb und Falkenstein dar. Für die Mädchen gibt es Puppen zu sehen.
 
 


Auch eine ständige Ausstellung von Aquarellen, Pastellen und Ölgemälden gibt es in den Dorfstuben zu besichtigen. Die Motive stammen aus unseren beiden Dörfern, der Eisenbahn und der Umgebung und haben historischen Bezug. Die Arbeiten sind autodidaktisch in Heimatverbundenheit und Liebe zur Natur in realistischer Art entstanden. Vieles was festgehalten ist, existiert schon nicht mehr.
 
Neben den Ausstellungsräumen gibt es auch eine Hutzenstube, die als Treffpunkt und Begegnungsstätte zum Verweilen bei einer Tasse Kaffee mit hausgebackenem Kuchen einlädt.
 
 
Falls Ihnen unser Angebot in den Dorfstuben, das nur einen kleinen Einblick vermitteln konnte, nicht genügt, dann laden im Ort Griebenherd, Steinkreuze oder Steinbogenbrücke zur Besichtigung ein.
 
Der Heimatverein Trieb-Schönau e.V. ist überzeugt, dass Sie Ihren Weg zu uns nicht bereuen werden.

Also dann: Bis Bald!
 
Nicht vergessen! Wir haben immer von September bis Mai am letzten Sonntag im Monat von 14.00 – 17.00 Uhr für Sie geöffnet. Über besondere Angebote informieren Sie sich bitte auf der vereinseigenen Homepage!